Trinationale
S-Bahn
Herzstück-Basel

Definition

Was ist das Herzstück?

Der Begriff «Herzstück Basel» steht für eine neue, leistungsfähige Verbindung zwischen den drei Bahnhöfen Basel SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann. Es liegt im «Herzen» der trinationalen S-Bahn zwischen Mulhouse, Freiburg im Breisgau, Zell im Wiesental, Waldshut, Laufenburg, Frick, Olten und Delémont. Das Tunnelsystem mit neuen Haltestellen in der Innenstadt von Basel ist der «missing link», um die aus dem 19. Jahrhundert stammende Eisenbahn­infra­struktur in der Region auf einen Stand zu bringen, der die heutigen Bedürfnisse zu erfüllen vermag.

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

Mit dem Projekt «Herzstück Basel» wird angestrebt,

  • die S-Bahn mittels Durchmesserlinien rascher, komfortabler, attraktiver und leistungsfähiger zu machen,
  • mit zwei neuen Haltestellen in der Innenstadt u. a. den prosperierenden Wirtschafts- und Life-Science-Punkten einen direkten Zugang zum Bahnverkehr zu verschaffen,
  • die dezentralen und überlasteten Bahnhöfe in Basel besser und komfortabler zu erschliessen,
  • Innenstadt und Agglomeration grenzüberschreitend zu vernetzen,
  • die wachsenden Mobilitätsbedürfnisse umweltschonend zu befriedigen,
  • das bestehende Bahnnetz zu entlasten, die Nutzungskonkurrenz zwischen Regional-, Fern- und Güterverkehr zu vermindern und neue Kapazitäten zu schaffen.
Die neue trinationale S-Bahn Basel vernetzt in 5-/10-/15-Minuten-Takten Wohnen und Arbeiten in der Agglomeration Basel.

Welchen Nutzen bringt das Projekt?

Wohlstand für die Region und die Schweiz: Ein gut ausgebautes, grenzüberschreitendes Verkehrsnetz ist die Grundlage für eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung. Es vergrössert die Arbeitsmarktregion und den Einzugsbereich für Dienstleistungen und Handel, was wiederum die Produktivität steigert. Leistungsfähige Verkehrsinfrastrukturen in der Region stärken damit auch die ganze Schweiz.

Attraktiverer ÖV: Dank Durchmesserlinien können umsteigefreie Verbindungen quer durch die Region und direkt in die Innenstadt angeboten werden. Die Fahrzeit wird kürzer, da das Wenden von Zügen im Kopfbahnhof Basel SBB entfällt. Mit der Durchmesserlinie werden dichtere Takte von 5 – 15 Minuten möglich. Damit gewinnt der ÖV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr erheblich an Attraktivität und trägt zur Entlastung der Strassen bei.

Höhere Kapazität und Pünktlichkeit: Im Kern der Agglomeration wird der S-Bahn-Verkehr vom Fernverkehr getrennt. Dies schafft zusätzliche Kapazitäten auf dem Schienennetz und vermindert die Abhängigkeit vom verspätungsanfälligen Fernverkehr aus dem Ausland.

Lebensqualität: Mit neuen Direktverbindungen der S-Bahn rückt die Stadt wieder ins Zentrum und gewinnt an Attraktivität als Arbeits- und Wohnort. Die neuen Verbindungen vernetzen die sternförmig um Basel gelegenen Korridore und schaffen eine gute Anbindung an das Zentrum.

Schonung des Lebensraums: Der Ausbau des ÖV-Netzes unterstützt eine raumschonende, auf die Achsen konzentrierte Siedlungsentwicklung. Er sorgt für eine energieeffiziente und umweltschonende Aufnahme des stetig zunehmenden Mobilitätsbedarfs.

Weshalb braucht es das Herzstück?

Das Bahnnetz in der Region Basel entspricht in seinen Grundzügen immer noch der nationalstaatlich geprägten Struktur aus dem 19. Jahrhundert. Inzwischen haben sich nicht nur die Mobilitäts­bedürfnisse massiv verändert, sondern die Region ist auch über die Grenzen hinaus zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammen­ge­wachsen. Damit ist ein leistungsfähiges, grenzüberschreitendes S-Bahn-Netz zwingend notwendig.

Aus betrieblicher Sicht ist die Durchmesserlinie erforderlich, weil das Wenden der Züge im heutigen Kopfbahnhof Basel SBB den Aufenthalt verlängert und die knappen Perronkapazitäten belastet. Zudem stösst der Bahnhof an seine Leistungsgrenzen, sowohl was die Anzahl ein- und ausfahrender Züge wie auch die Passagierfrequenzen betrifft. Schliesslich trägt neben dem wachsenden Personenverkehr auch der Schienengüterverkehr dazu bei, dass Trassen knapp werden. Das Herzstück ermöglicht die Entflechtung dieser Verkehre und schafft dringend benötigte Kapazität.

Die heutige Situation mit Enden/Wenden und das Zielbild 2030: vom Halbmesser- zum Durchmessersystem dank dem Infrastrukturprojekt «Herzstück-Basel».