Trinationale
S-Bahn
Herzstück-Basel

FAQ - Antworten auf Ihre Fragen

Hier finden Sie Fragen und Anregungen, die bei uns regelmässig eingehen sowie unsere Antworten.

Haben Sie selber Fragen, Anregungen oder Bemerkungen zum Infrastrukturprojekt Herzstück Basel? Möchten Sie uns etwas mitteilen?Dann schreiben Sie uns.

Die interessantesten und häufigsten Fragen werden hier beantwortet.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

01 - Wieso braucht es das Herzstück?

Der Verkehr auf Strasse und Schiene nimmt stetig zu. Die Durchmesserstrecke Herzstück schafft neue Kapazitäten für den regionalen öffentlichen Verkehr. Damit kann das Angebot im Regionalverkehr markant verbessert werden und das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr wird attraktiver.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

02 - Was bringt das Herzstück den ÖV-Benutzenden?

Dank dem Herzstück wird der ÖV markant attraktiver:
• dichterer Takt
• schnellere Verbindungen
• weniger Umsteigen
• einfacher ins Stadtzentrum
• bessere Anbindung der Agglomeration

Das Herzstück ist die Voraussetzung dafür, dass die Region Basel eine S-Bahn erhält, wie sie in anderen Agglomerationen schon lange Standard ist.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

03 - Was bringt das Herzstück Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden?

Ein gut ausgebautes, grenzüberschreitendes Verkehrsnetz vergrössert die Arbeitsmarktregion und den Einzugsbereich für Industrie, Dienstleistungen und Handel, was die Produktivität steigert. Arbeitnehmende finden in einem grösseren Arbeitsmarkt eher Stellen, die ihren Qualifikationen entsprechen, und Arbeitgebende finden eher die spezialisierten Arbeitskräfte, die sie benötigen. 

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

04 - Was bringt das Herzstück der Stadt und der Region?

Die Stadt Basel gewinnt an Attraktivität als Lebensraum, Arbeits- und Wohnort. Die neuen S-Bahn-Linien vernetzen die sternförmig um Basel gelegenen Siedlungskorridore. Die Lebensqualität steigt. Der Ausbau des ÖV-Netzes unterstützt eine raumsparende Siedlungsentwicklung, indem er sich auf die Korridore konzentriert. Der Ausbau schafft energieeffiziente und umweltschonende Kapazitäten für die stetig zunehmende Mobilität. Eine Studie hat ausserdem ergeben, dass mit positiven volkswirtschaftlichen Effekten von 159 Mio. Franken jährlich gerechnet werden kann.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

05 - Wie profitiert die Schweiz vom Ausbau der Bahninfrastruktur in der Region Basel?

In der Agglomeration Basel überlagern sich der regionale, nationale und internationale Personen- und Güterverkehr. Der Schienenabschnitt zwischen Basel und Pratteln ist der einzige in der Schweiz, auf dem sich die beiden Nord-Süd-Transitachsen via Gotthard und Lötschberg überlagern. Mit dem Ausbau der Bahninfrastruktur wird die steigende Mobilitätsnachfrage auf Strasse und Schiene von Personen und Gütern befriedigt. Es entstehen die benötigten Kapazitäten für S-Bahn, Fernbahn und Güterbahn. Die Züge im Personenfernverkehr zum Beispiel auf der Achse Frankfurt – Basel – Mailand können den Bahnknoten Basel rascher passieren. Der dritte internationale Flughafen der Schweiz, der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, erhält einen Zugang zum Schienennetz. 

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

06 - Was kostet das Herzstück?

Die Kosten für das Herzstück selbst (Tunnel inklusive Anschlüsse an den Bahnhof SBB und an den Badischen Bahnhof) werden zurzeit auf rund 1.9 Milliarden Franken geschätzt; mit dem Anschluss des EuroAirports via Bahnhof St. Johann («Y-Ast») belaufen sich die Kosten auf 2.8 Milliarden Franken. Die volle Funktionalität erreicht das System mit zusätzlichen Ausbauten auf den sieben Ästen der S-Bahn und Investitionen in bahnnahe und städtische Anlagen. Werden diese hinzugerechnet, betragen die Kosten für alle Massnahmen geschätzt 4.25 Milliarden Franken. Davon können Beiträge Dritter und ohnehin fällige Erneuerungsmassnahmen abgezogen werden. Dann verbleibt ein Betrag von rund 2.6 Milliarden (ohne Y-Ast) bzw. 3.2 Milliarden Franken (inklusive Y-Ast) zu Lasten des Ausbauschritts 2030/35 des Bundes. Es ist nun Aufgabe des Vorprojekts, diese Schätzungen zu verfeinern und eine Kostenprognose mit einer Genauigkeit von ± 20% zu erreichen.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-15

07 - Wer bezahlt das Herzstück?

Der Bund aus dem Bahn-Infrastruktur-Fonds (BIF). Der Bund hat seine Botschaft zum Ausbauschritt 2030/35 mit den Projekten, die er finanzieren will, im Oktober 2017 in die Vernehmlassung geschickt. Das Herzstück wird zwar erwähnt, ist aber nicht unter den zu finanzierenden Projekten aufgelistet. Deshalb fordern Basel-Stadt und Basel-Landschaft Nachbesserungen:
• In die Botschaft zum Ausbauschritt STEP 2030/35 müssen für das Herzstück Basel die vollen Projektierungskosten bis zur Baureife aufgenommen werden, d.h. mindestens 120 Millionen Franken
• Der folgende Ausbauschritt muss die Finanzierung der gesamten Baukosten für das Herzstück enthalten.
• Das Eisenbahngesetz (EBG) ist gleichzeitig mit STEP 2030/2035 so anzupassen, dass eine allfällige Vorfinanzierung von Arbeiten durch die Kantone vom Bund rückerstattet werden können. Dies ist derzeit nicht möglich.

Gleichwohl hat sich der Kanton Basel-Stadt bereit erklärt, eine rückzahlbare Vorfinanzierung zu leisten, damit das Projekt ohne Verzögerung weiter bearbeitet werden kann. Denn: Es darf keinen Unterbruch in der Planung, Projektierung oder beim Bau des Projekts geben.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

08 - Hat eine Vorfinanzierung in Bern eine Chance?

Ja, Vorfinanzierungen von Bahninfrastrukturprojekten sind nach wie vor möglich. Allerdings können nur jene Projekte oder Teilprojekte vorfinanziert werden, die das Parlament in einen Ausbauschritt aufgenommen und somit bewilligt hat. Für das Herzstück bedeutet das: Nur wenn das Herzstück als Gesamtprojekt oder Teilprojekte davon in einen Ausbauschritt aufgenommen werden, kann der Kanton Basel-Stadt eine Vorfinanzierung leisten. Dieser Entscheid fällt voraussichtlich 2019. Derzeit ist also noch alles offen. Trotzdem kann der Kanton Basel-Stadt schon jetzt mit dem Bund über eine allfällige Vorfinanzierung verhandeln. Damit wird die Zeit optimal genutzt: Sobald der Entscheid zu Gunsten des Herzstücks gefallen ist, sind auch die Modalitäten zur Vorfinanzierung geregelt und das Projekt kann zügig vorankommen. Zudem ist die Bereitschaft zur Vorfinanzierung ein starkes Signal nach Bundesbern: Eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Schweiz braucht jetzt eine Durchmesserstrecke, sie braucht das Herzstück!

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

09 - Was geschieht, wenn das Parlament die Mittel nicht bewilligt?

Das Projekt Herzstück konkurriert mit zahlreichen anderen Ausbauvorhaben in der ganzen Schweiz um die begrenzten Mittel aus der Bundeskasse. Sollten andere Projekte den Vorrang erhalten, ist entweder eine Etappierung denkbar, oder es wird eine Finanzierung im folgenden Ausbauschritt beantragt.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

10 - Wo genau wird der Tunnel durchgehen?

Das Herzstück verläuft vom Bahnhof SBB zuerst via Elsässerbahn, taucht westlich des Zollis ab und erreicht in einem Bogen via Schützenmatte die neue Tiefhaltestelle Basel Mitte. Die Strecke unterquert anschliessend den Rhein, erschliesst das Klybeck-Areal mit einer weiteren neuen Haltestelle und erreicht von Norden her den Badischen Bahnhof. Ab der Haltestelle Mitte führt ein Abzweiger zum Bahnhof St. Johann und von dort aus zum EuroAirport.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

11 - Wo werden die Haltestellen sein?

Das Herzstück sieht zwei neue Tiefhaltestellen vor. Die Haltestelle «Mitte» liegt unter dem Marktplatz. Sie erschliesst das Stadtzentrum mit vorgesehenen Ausgängen zur Schifflände, zu Universität/Spital und zwischen Marktplatz und Barfüsserplatz. Die Haltestelle Klybeck beginnt im Bereich der Querung der Nordtangente (A3) und liegt annähernd in Nord-Süd-Richtung parallel zur Klybeckstrasse. Ausgänge sind zu den Tramhaltestellen Dreirosenbrücke und Ciba vorgesehen.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

12 - Welche Ausbauten sind auf den 7 S-Bahn-Ästen vorgesehen?

Mit dem Bahnausbauschritt STEP 2025 sind bereits wichtige Projekte für den Bahnknoten Basel genehmigt worden, darunter die Entflechtung in Muttenz und das Wendegleis in Liestal. Im Ausbauschritt STEP 2035 sind weitere Projekte wie die Doppelspurausbauten im Laufental und diverse Ausbauten auf den Bahnhöfen vorgesehen. Diese Infrastrukturausbauten bilden eine Voraussetzung dafür, dass das Herzstück Basel später seine zentrale Funktion für den Bahnknoten Basel und den geplanten Betrieb der trinationalen S-Bahn erfüllen kann.

Im STEP 2035 sind im grenznahen Ausland weitere Projekte enthalten, die das Angebot der trinationalen S-Bahn ideal ergänzen. Auf deutschem Gebiet ist dies die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke Richtung Schaffhausen. Damit ergibt sich eine neue Direktverbindung von der Nordwest- in die Nordostschweiz. Im Wiesental sind Anpassungen an der Infrastruktur vorgesehen, um den Fahrplantakt verdichten zu können.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

13 - Wäre ein besseres S-Bahn-Angebot auch ohne Herzstück zu haben?

Mit einer Nachrüstung des bestehenden Netzes ohne Herzstück könnten lediglich punktuelle Verbesserungen des S-Bahn-Angebots erreicht werden. Der für die Kunden am deutlichsten spürbare Nutzen – häufigere, umsteigefreie Verbindungen mit direkter Anbindung der Innenstadt – lässt sich aber nur mit dem Herzstück erreichen. Die wachsende Verkehrsnachfrage erfordert so oder so Ausbauten der Bahninfrastruktur.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

14 - Wird das Herzstück fernverkehrstauglich?

Es ist eine Option für die Zukunft, dass Fernverkehrszüge den Tunnel zwischen den Bahnhöfen befahren können. Diese Option wird bei der Planung genauso berücksichtigt wie zusätzliche Angebote im Regionalverkehr. Ob diese Option nötig ist, hängt von den Angebotskonzepten des Bundes für den Fern- und Güterverkehr ab. Der Bund muss diese Konzepte rasch aktualisieren. Primäre Aufgabe der Planung ist es aber, die Linienführung so zu gestalten, dass sie die Kapazitäten für die geplanten Angebote der trinationalen S-Bahn liefert. Darüber hinaus soll die neue Durchmesserlinie ein optimales Kosten-/Nutzen-Verhältnis aufweisen und möglichst flexibel genutzt werden können. 

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

15 - Kannibalisiert das Herzstück den Tram- und Busverkehr?

Das Herzstück kannibalisiert den Tram- und Busverkehr nicht, sondern entlastet allenfalls die sehr stark frequentierten Linien im Stadtzentrum. Tram und Bus werden aber auch mit dem Herzstück eine zentrale Rolle als Feinverteiler spielen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass mit dem verbesserten S-Bahn-Angebot kein genereller Rückgang bei den Frequenzen bei Tram und Bus beobachtet wird. Es ist im Gegenteil zu erwarten, dass dank der stärkeren Benutzung der S-Bahn auch die Nachfrage bei den anderen ÖV-Anbietern steigt.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

16 - Kommt man mit dem Herzstück besser zum EuroAirport?

Der EuroAirport wird unabhängig vom Herzstück an das Schienennetz angebunden. Ein entsprechendes Projekt der SNCF ist im fortgeschrittenen Planungsstadium und soll ab 2020 realisiert werden. Mit dem Herzstück werden darüber hinaus schnellere und häufigere Verbindungen möglich. Denkbar ist ausserdem ein direkter Anschluss an den Fernverkehr.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12

17 - Erhält Basel mit der Durchmesserlinie eine Metro?

Der Tunnel unter der Innenstadt hat mit einer Metro nichts zu tun. Es geht darum, die heute in Basel endenden S-Bahnstrecken mit zwei neu zu bauenden Tunnelabschnitten untereinander zu verknüpfen. Damit ist die neue Verbindung vergleichbar mit der Durchmesserlinie Zürich sowie mit Tunnelstrecken für die S-Bahn im Ausland (Stuttgart, Frankfurt, Leipzig, Malmö ). Die Metro, wie sie in Paris, London oder auch in Lausanne betrieben wird, hat ein eigenes Netz, das nicht mit dem Eisenbahnnetz verbunden ist, eine andere Spurweite und anderes Rollmaterial. Entsprechend könnte eine Metro auch nicht über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes (BIF) finanziert werden.

Zuletzt aktualisiert am 2018-01-12