Vorgabe des Bundes
Die methodischen Vorgaben für die Kosten-Nutzen-Abschätzung definiert der Bund (NIBA). Mit Hilfe des Gesamtverkehrsmodell 2030 wurde die Nachfrage für alle vier Varianten ermittelt. Grundlage für die Kosten-Nutzen-Abschätzung bildet damit:
Die (Veränderung) der Nachfrage für öV (Tram, Bus, Bahn) und motorisierter Individualverkehr (MIV).
Die Infrastrukturkosten und die (Veränderung der) Betriebskosten.
Die Veränderung des Angebots (reduzierte Reisezeit, Wegfall Umsteigen).
Vergleich mit Referenzzustand 2030
Die vier Varianten werden mit einem Zustand im Jahr 2030 ohne Herzstück, dem sog. Referenzzustand, verglichen. Dabei wird vorausgesetzt, dass dannzumal die meisten Zufahrtstrecken, aber auch der Bahnhof SBB so ausgebaut sein werden, dass ein 15-Minuten- S-Bahn-Takt in der engeren Agglomeration angeboten wird. Die Investitions- und Betriebskosten für den 15-Minuten-Takt auf den Zufahrtsstrecken werden dem Herzstück bei der Kosten-Nutzen-Abschätzung nicht belastet, aber auch der daraus resultierende Nutzen wird dem Herzstück nicht gut geschrieben. Die Aussagen in diesem Bericht bezüglich Nutzen und Kosten beziehen sich daher ausschliesslich auf die Auswirkung der Inbetriebnahme des Herzstücks zwischen Bahnhof SBB und Bad. Bahnhof (ggf. inkl. St. Johann) und der damit möglichen Durchmesserlinien.
Vereinfachte Annahmen
Für den Variantenvergleich konnte man nicht alle Details berücksichtigen, weil noch kein Vorprojekt vorliegt. Zudem wurden nicht berechenbare Elemente aussen vor gelassen. Es wurde indes präzise darauf geachtet, dass auf der «sichern Seite» gerechnet wurde. Das Herzstück (d.h. alle Varianten) darf im Vergleich zum heutigen oder zum Referenzzustand nicht überbewertet werden. So wurde z.B. nicht berücksichtigt:
Der induzierte Verkehr, d.h. der Umstand, dass Reisende bei einem attraktiven Angebot mehr fahren und damit mehr Einnahmen erzeugt werden.
Die strukturbildenden Effekte: Bei gutem Angebot wird in der Nähe einer S-Bahn-Station gebaut.
Die Entlastung beim Tram- und Busverkehr, was zu höherem Komfort führt oder Einsparungen ermöglicht.
D.h. die effektive Kosten-Nutzen-Analyse ist besser als hier ausgewiesen. Die nicht empfohlenen Varianten sind gegenüber der Variante Mitte nicht bevorzugt worden. So wurden beispielsweise bei den Ring-Varianten die Kosten einer gegenüber der Variante Nord günstigeren Linienführung nördlich von St. Johann separat berechnet.
Kosten-Nutzen-Abschätzung: Resultate
Trendszenario 2030. Nur die Variante Mitte weist eine eindeutig positive Bilanz aus. Bei der Variante Y übersteigen die Kosten den Nutzen leicht, bei der Ring-Variante sogar stark.


